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Neues zur Betriebsrente: Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten

Die Rente ist zwar sicher, wird aber immer weniger. Bis 2030 sinkt das gesetzliche Rentenniveau auf 43 %. Daher fördert der Staat die betriebliche Altersvorsorge (bAV). Seit 2001 können Arbeitnehmer einen Teil ihres Entgelts steuer- und sozialversicherungsfrei in einen Anspruch auf Rente umwandeln.

Hiervon wird auch Gebrauch gemacht, aber nicht ausreichend. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen haben aus Sicht der Politik erheblichen Nachholbedarf. Und auch bei den Beziehern kleinerer Einkommen, etwa Teilzeitbeschäftigten, sind betriebliche Renten selten. Gründe hierfür gibt es genug: So wird bAV etwa als außerordentlich kompliziert und damit arbeitsintensiv empfunden. Reicht die gesetzliche Rente später nicht aus und hat der Rentner Anspruch auf Grundsicherung, wird die Betriebsrente angerechnet. Dann lohnt sich das Sparen nicht.

In diesem Zusammenhang bringt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) erhebliche Änderungen mit dem ausdrücklichen Ziel, die Teilnahme an der bAV zu verstärken. Zunächst erhöht es die steuerfreien Sparbeträge:

  • Künftig können 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung West (BBG) steuerfrei angespart werden. 2018 sind das 6.240 € jährlich. -
  • Einmalzahlung, etwa aus Abfindungen, können unter bestimmter Voraussetzung in Höhe von 40 % der BBG (2018 sind das 31.240 €) steuerfrei eingebracht werden. -
  • Sozialversicherungsfrei bleiben weiterhin 4 % der BBG, in 2018 also 3.120 € jährlich.

Darüber hinaus ist von den Arbeitgebern für neue Verträge ab 2019 und für alle bestehenden Verträge ab 2022 ein Zuschuss von 15 % auf den Umwandlungsbetrag zu zahlen, sofern sie wegen der Umwandlung Sozialversicherungsabgaben sparen. Hierdurch steigt die Attraktivität für eigene Beiträge der Arbeitnehmer.

Schließlich gibt es erhebliche Verbesserungen bei kleineren Einkommen:

  • Die Betriebsrente wird in Höhe von 100 € nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Höhere Renten bleiben teilweise bis insgesamt 204 € (in 2018) anrechnungsfrei.
  • Für Arbeitnehmer mit einem jährlichen Bruttoeinkommen bis 26.400 € kann der Arbeitgeber einen jährlichen Zuschuss zur bAV von 240 € bis 480 € leisten und erhält hiervon 30 % direkt über die Lohnsteuer zurück.

Der Abbau der Komplexität gelingt dem BRSG allerdings nicht. Im Gegenteil, es schafft mit dem Sozialpartnermodell eine sechste Möglichkeit zur Durchführung der bAV. Dieses können Arbeitgeber und Gewerkschaften in einem Tarifvertrag vereinbaren. Die Arbeitnehmer erhalten in diesem Modell keinerlei Garantien und dürfen auch nicht zwischen lebenslanger Rente und Einmalzahlung bei Rentenbeginn wählen. Der Arbeitgeber dagegen hat mit der Zahlung des Beitrages in das Tarifwerk seine Leistung abschließend und unabhängig von der Höhe der späteren Rente erfüllt.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten die neuen Möglichkeiten der Betriebsrente für sich nutzen, um die geringer werdende gesetzliche Rente jedenfalls teilweise aufzufangen. Um Aufwand und Arbeit zu ersparen, können Arbeitgeber auch eine Ausgliederung ihrer gesamten bAV auf einen spezialisierten Berater vornehmen.